ÜBER 4 JAHRZEHNTE NATUR & KUNST
Leben und Arbeiten
Intermedial:
Performances, Installationen, Plastiken,
Fotosequenzen, Zeichnungen,
Holzschnitte und Malerei.
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Gerd Siepmann 03.05.1944 -
Ich verbinde mich mit Bäumen
Verbundenheit mit dem Lebewesen Baum,
dem Wald als Ökosystem, realisierte er in vielen Performances, Aktionen, in denen er sich mit ihnen verband.
Zu dieser Zeit lösten solche Aktionen bei Betrachtern/Besuchern in der Öffentlichkeit oder im Kunstbetrieb
Unverständnis, Polemik, aber auch Zustimmung, offene Fragen aus – gerade das wollte er:
Keine Rezepte geben, Natur instrumentalisieren, auch nicht der Kunst-
ganz persönliche Sicht, die Freiheit, mit den Mitteln der Kunst auch gesellschaftliche Wunden anzugehen,
zu heilen, Anstöße,zu geben mit dem Bewußtsein, dass sie auch nicht vom Zuschauer verstanden werden können.
„Planstudio Siepmann geht davon aus, daß ein Bedürfnis nach‚ produzierten Naturstrukturen” besteht.
Ein Bedürfnis nach ‚Naturkonserven‘ kann aber nur in einer Zivilisation bestehen, in der Natur nicht anders
zugänglich ist, die Natur besiegt, ausgebeutet, verdrängt … ist.Die massenmedial geprägten
Naturvorstellungen heute (das Paradies als Disneyland) sind traditionell exotisch orientiert.
Erst der Druck ökologischer Gedankengänge hat ein Bewußtsein erzeugt, in dem “Naturprodukte”
ihre Bedeutung zurückgewannen. Die Verweigerung der Natur erzeugt menschliche Grausamkeit …..,
dieses Element wird diffus als “Störung” begriffen. Aus der Störung entsteht der Wunsch nach
Isolation, Verkapselung, Verpuppung: “Der Akteur gräbt sich in die Erde ein,…, weil er die augenblickliche
raum-
Sich Natur aneignen zu können. Und muß sich einlassen auf hoch emotionalisierte Erwartungshaltungen einer
Gesellschaft, die ihren Naturverlust als Hysterie pflegt. Diese berühmte Schall-
die die NASA in diesen Tagen in den Weltraum schickt, sollte auch das perverse, notwendige Bild vermitteln,
in dem ein Mensch einen Baumstamm küßt.“ Prof.Dr. Wolfgang Becker, Vorwort zu
„Auf der Suche nach der verlorenen Natur“.1977
Fotosequenz “ich verbinde mich mit Bäumen”, Zingsheimer Wald, 1971