ÜBER 4 JAHRZEHNTE NATUR & KUNST

Leben und Arbeiten

Intermedial:

Performances, Installationen, Plastiken,

Fotosequenzen, Zeichnungen,

Holzschnitte und Malerei.

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Gerd Siepmann 03.05.1944 - 11.01.2013

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Ich verbinde mich mit Bäumen

Verbundenheit mit dem Lebewesen Baum,

dem Wald als Ökosystem, realisierte er in vielen Performances, Aktionen, in denen er sich mit ihnen verband.

Zu dieser Zeit lösten solche Aktionen bei Betrachtern/Besuchern in der Öffentlichkeit oder im Kunstbetrieb

Unverständnis, Polemik, aber auch Zustimmung, offene Fragen aus – gerade das wollte er:

Keine Rezepte geben, Natur instrumentalisieren, auch nicht der Kunst-Guru werden, sondern es war seine

ganz persönliche Sicht, die Freiheit, mit den Mitteln der Kunst auch gesellschaftliche Wunden anzugehen,

zu heilen, Anstöße,zu geben mit dem Bewußtsein, dass sie auch nicht vom Zuschauer verstanden werden können.


„Planstudio Siepmann geht davon aus, daß ein Bedürfnis nach‚ produzierten Naturstrukturen” besteht.

Ein Bedürfnis nach ‚Naturkonserven‘ kann aber nur in einer Zivilisation bestehen, in der Natur nicht anders
zugänglich ist, die Natur besiegt, ausgebeutet, verdrängt … ist.Die massenmedial geprägten

Naturvorstellungen heute (das Paradies als Disneyland) sind traditionell exotisch orientiert.

Erst der Druck ökologischer Gedankengänge hat ein Bewußtsein erzeugt, in dem “Naturprodukte”

ihre Bedeutung zurückgewannen. Die Verweigerung der Natur erzeugt menschliche Grausamkeit …..,

dieses Element wird diffus als “Störung” begriffen. Aus der Störung entsteht der Wunsch nach
Isolation, Verkapselung, Verpuppung: “Der Akteur gräbt sich in die Erde ein,…, weil er die augenblickliche

raum-zeitliche Situation nicht erträgt”. P.Siepmann reflektiert auf hybride Weie das zeitgenössische Unvermögen,

Sich Natur aneignen zu können. Und muß sich einlassen auf hoch emotionalisierte Erwartungshaltungen einer

Gesellschaft, die ihren Naturverlust als Hysterie pflegt. Diese berühmte Schall- und Bildplatte,

die die NASA in diesen Tagen in den Weltraum schickt, sollte auch das perverse, notwendige Bild vermitteln,
in dem ein Mensch einen Baumstamm küßt.“ Prof.Dr. Wolfgang Becker, Vorwort zu

„Auf der Suche nach der verlorenen Natur“.1977


Fotosequenz “ich verbinde mich mit Bäumen”, Zingsheimer Wald, 1971