ÜBER 4 JAHRZEHNTE NATUR & KUNST

Leben und Arbeiten

Intermedial:

Performances, Installationen, Plastiken,

Fotosequenzen, Zeichnungen,

Holzschnitte und Malerei.

© 2018 NATUR & KUNST - Siepmann       Impressum / Datenschutz

DESIGN BY STILECHT DESIGNAGENTUR

Gerd Siepmann 03.05.1944 - 11.01.2013

Home

Installationen

Seit etwa zehn Jahren beherrschte eine andere,

Westfälischer Kunstverein, Münster, 1977



Westfälischer Kunstverein, Münster, 1977





Westfälischer Kunstverein, Münster, 1977




Westfälischer Kunstverein, Münster, 1977


Westfälischer Kunstverein, Münster, 1977


Westfälischer Kunstverein, Münster, 1977


entgegengesetzte Bewegung das Bild, in welcher der so oft gehörte Ruf „Zurück zur Natur“ zwar nachklingt, auch zahlreiche Romanizismen mitschwingen, die historischen Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte einen Rückfall in eine naive Naturschwärmerei jedoch verbieten. Die simple Entscheidung für das Land (das Dorf, die Natur…) und gegen die Stadt ist nicht mehr möglich. Denn das Leben in beiden Bezirken ist gefährdet:
durch ein unkontrolliertes und in seinen Auswirkungen für den Menschen unbedachtes Wuchern der Technologien, sei es im Bereich der Industrie und der Landwirtschaft,als lebensfeindliche Arbeitsbedingungen, als Verschmutzung der Luft und des Wassers,als Verödung der Tier- und Pflanzenwelt, durch allerlei Pestizide, sei es auch in den Bereichen des Städtebaus, …, der Medizin oder der mechanisch-elektronischen Bildpoduktion. Planstudio Siepmann ist Teil dieser zeitgenössischen kulturellen Bewegung, die einen Ausweg sucht aus der scheinbaren Unvermeidlichkeit der Herrschaft von Technologien, die zwar dem „Wachstum“ dienen, aber nicht den Bedürfnissen der Menschen. Sie nennen sich Planstudio, werben mit einer Terminologie, die den Instituten des Städtebaus, der Architektur- und Umweltgestaltung entliehen ist. Doch sie legen nicht eigentlich Pläne vor, sondern formulieren in fotografischen und Video,bildern, in Installationen und Objekten jene Beobachtungen, Erfahrungen und Vorstellungen, von denen sie wünschen, daß sie in konkreten Planungen der Architekten und Städteplaner Eingang fänden. Sie verfertigen keine schönen Bilder einer Waldlandschaft oder eines Maisfeldes, sondern konservieren diese Stücke Natur, wie sie sie vorgefunden haben, pressen sie hinter Glas und verschrauben sie. Damit ist bedeutet, daß das empfundene Problem nicht durch die Hervorbringung einer Ersatzwelt für die unschöne Wirklichkeit, nicht in der Kunst, zu lösen ist, sondern nur in der Realität selbst. Als Symbol ihrer Methode darf der Hochstand gelten, der im Zentrum der Ausstellung steht und von dem aus sie beobachten und ihre Beobachtungen weitergeben. Erfahrungen, die hineingebracht wurden ins Museum, um aus ihm hinauszuführen und dort eine Antwort zu verlangen, wo die Ohnmacht des Künstlers in der realen Lebensgestaltung dieser
Gesellschaft ihn fesselt: Der Künstler kann allenfalls wahrnehmen, warnen, Protest erheben. Die Entscheidungen fallen auf der Ebene der gesellschaftlichen Kämpfe,auf der Ebene der Politik………..


Oktober 1977 Prof.Dr. Herbert Molderings